Das Spiel der Woche

Der klare Favorit ist im Stadtderby zwischen Virtus Bozen und dem Bozner FC schnell ausgemacht. Während die Grün-Weißen um den Meistertitel kämpfen, ist der traditionsreiche Stadtrivale abgeschlagener Letzter. Können Emanuele Bocchio & Co. dem Spitzenreiter ein Bein stellen?

Virtus Bozen – Bozner FC: Stadtderby mit klarer Rollenverteilung

Wer hoch fliegt, kann tief fallen. Das hat der Bozner FC in der aktuellen Saison deutlich zu spüren bekommen. Spielten die Orange-Schwarzen im Vorjahr mit Platz zwei noch die beste Spielzeit der Vereinsgeschichte, droht heuer der Fall in die Landesliga. Mehr noch: Der Bozner FC ist eine der schlechtesten Oberliga-Mannschaften der letzten Jahre. Denn bisher stehen nur neun Punkte auf dem Konto.

Können die Neuzugänge das Blatt wenden?

Im Winter hat der Bozner FC nichts unversucht gelassen und einige Hochkaräter an Land gezogen. Für Kapitän Daniel Kaneider (er geht aus Arbeitsgründen ins Ausland) wurde Eppan-Keeper Denis Iardino verpflichtet. Dieser ist einer der besten Schlussmänner der Liga und kann mit viel Erfahrung punkten. Zudem kam der junge Andrea Orsolin, ausgebildet beim FC Südtirol, von Levico an die Talfer. Ebenfalls neu sind einige Rückkehrer. Der prominenteste von ihnen ist Joachim De Gasperi, Ex-Profi und aktuell sportlicher Leiter des Bozner FC.
Der Angreifer hatte seine Fußballschuhe eigentlich schon an den Nagel gehängt, doch jetzt ist er zurück. Mit Erfolg, denn beim 1:1-Unentschieden vor einer Woche gegen St. Martin gelang ihm schon das erste Tor. Ein Torjäger ist auch bitter nötig, denn bisher sind Bocchio und Alan Blasinger mit drei Treffern die besten Schützen. Letzterer war im Sommer von Haslach gekommen und fällt jetzt für den Rest der Saison mit einem Kreuzbandriss aus.

Virtus Bozen will zurück in die Serie D

Nur ein hundert Meter weiter als der Heimspielplatz des Bozner FC, ist die Heimat von Virtus Bozen angesiedelt. Während ihrer Zeit in der Serie D wurden die Heimspiele im Drususstadion ausgetragen. Jetzt sind die Grün-Weißen zurück auf dem Righi-Platz, der in der Talfer-Sportanlage liegt. Auch sportlich ist Virtus zurück. Ausgestattet mit einem starken Kader und einem Profitrainer, führen Kapitän Hannes Kiem & Co. die Liga an.

Virtus Bozen – Bozner FC: Stadtderby mit klarer Rollenverteilung

Der Vater des Virtus-Erfolgs: Trainer Alfredo Sebastiani, Ex-Watford und FC Südtirol.

Der Gründe dafür sind einfach. Virtus hat in allen Mannschaftsteilen starke Einzelspieler, Trainer Alfredo Sebastiani setzt die Puzzleteile zusammen und lässt den schönsten und erfolgreichsten Fußball der Liga spielen. Zudem gibt einen perfekten Mix aus erfahrenen Spielern (Kiem, Elis Kaptina, Matteo Timpone) und starken Jungen (Indrit Koni, Mohammed Majdi, Jacopo Breschi). Virtus Bozen will nicht nur in die Serie D zurück, sie haben auch das Zeug dazu.
Das Virtus in die vierte Liga aufsteigt, ist auch im Interesse des FC Südtirols. Die Weiß-Roten könnten ihre jungen Spieler dann wieder in der Serie D, anstatt in der Oberliga, parken.

Der Scarico-Tipp

Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei Virtus Bozen – logisch, wenn der Erste auf den Letzten trifft. Doch ein Derby hat eigene Gesetze und der Bozner FC wird sich in diesem prestigeträchtigen Duell nicht kampflos geschlagen geben. Wir tippen dennoch auf einen knappen Sieg von Virtus und kreuzen die „1“ an.

Alle Foto: Dieter Runggaldier