Das Spiel der Woche

Wenn die schwarz-weißen Unterlandler auf die blau-weißen Überetscher treffen, dann geht es um Einiges. Die beiden Dörfer sind zwar vor allem für hervorragenden Wein bekannt, doch auch fußballerisch haben Tramin und St. Pauls einiges zu bieten.

Tramin – St. Pauls: Mehr als nur Weindörfer

Es ist eines der ältesten Derbys in Fußball-Südtirol – und immer ein Festtag. Tramin gegen St. Pauls bewegt die Massen und lässt kaum einen Fußballfan in Südtirol kalt. Jetzt ist es wieder so weit und dieses Mal ist es sogar ein Spitzenspiel. Der Fünfte, St. Pauls, trifft nämlich auf das achtplatzierte Tramin.

Tramin: Volle Offensiv-Power

12 Tore von Max Dalpiaz, 9 Treffer von Daniele Conci. Ja, Tramin hat eines der besten Offensivduos der gesamten Oberliga. Dabei ist vor allem Dalpiaz mehr als nur ein Stürmer. Der Nonstaler kann nämlich überall spielen – außer vielleicht im Tor. Normaler kommt Dalpiaz, der eine Vergangenheit beim FC Südtirol hat, auf einer Offensivposition zum Einsatz. Allerdings hat er auch schon als Mittelfeldspieler oder sogar als Innenverteidiger gespielt. Ein echter Allrounder eben.

Tramin – St. Pauls: Mehr als nur Weindörfer

Wird gegen St. Pauls noch fehlen: Stefan Rellich (links).

Ein solcher ist auch Stefan Rellich. Das Traminer Urgestein war zuletzt verletzt (er hatte einen Muskelfaserriss) und ist mittlerweile wieder im Training. Für das Spiel gegen St. Pauls wird es aber nicht reichen. Zudem steht ein Einsatz von Innenverteidiger Alexander Calliari auf der Kippe. Ihn zwickt es in der Leiste. Am Ende könnte Alex Pfitscher das Zünglein an der Waage sein. Der großgewachsene Eigenbauspieler der Traminer kann an guten Tagen den Unterschied machen – oder auch komplett abtauchen.

St. Pauls: Aufsteiger auf Erfolgskurs

Auch der FC St. Pauls ist ein echter Traditionsverein in Südtirol. Die Blau-Weißen sind im Sommer in die Oberliga zurückgekehrt und spielen unter der Regie von Trainer Stefan Gasser eine starke Saison. Als Sahnehäubchen soll jetzt der zweite Derbysieg in der aktuellen Spielzeit her. Das Hinspiel haben Jonas Clementi & Co. nämlich mit 4:2 gewonnen. Tramin erwischte damals nicht den besten Tag und die Überetscher schlugen gleich viermal zu. Außergewöhnlich, denn in der gesamten Spielzeit hat St. Pauls sonst nie öfter als zweimal getroffen.

Tramin – St. Pauls: Mehr als nur Weindörfer

Kampf um jeden Ball: Der Paulsner Daniel Gasser (er ist der Sohn von Trainer Stefan Gasser) gegen den Tramin Martin Pichler.

Überhaupt hakt es beim Aufsteiger am ehesten in der Offensive. Bis auf Clementi trifft kein Spieler regelmäßig. Auch Neuzugang Claus Drescher, der vom Bozner FC kam, hat noch nicht wie erhofft eingeschlagen. Die Leistungen sind zwar gut, doch es fehlt an Toren. So heißt der große Pluspunkt der Paulsner Clementi. Ihn auszuschalten ist beinahe unmöglich.
Zudem steht die Abwehr sehr sicher. Das auch am starken Rückhalt Toni Tarantino. Zudem wird Lukas Obkircher am Wochenende sein Comeback feiern. Der Defensivspieler war zuletzt verletzt, weil er gegen Lavis mit seinem Keeper zusammenprallte und ein schmerzhaftes Hämatom an der Hüfte auskurieren musste.

Der Scarico-Tipp

Beide Teams gehen mit einer Niederlage im Gepäck in das Uralt-Derby. Während bei Tramin nicht alle Schlüsselspieler topfit sind, kann St. Pauls aus dem Vollen schöpfen. Ob es in Tramin zum Sieg reicht? Eher nicht. Ein Punkt sollte aber drin sein. Scarico tippt auf ein Unentschieden und kreuzt deshalb das „X“ an.