Das Spiel der Woche

Wenn es um Südtiroler Fußballtradition geht, dann steht ein Verein ganz weit vorne: Der SV Tramin! Seit 1923 gibt es den Verein, mittlerweile haben die Schwarz-Weißen aus dem Weindorf im Südtiroler Unterland 28 Oberliga-Jahre auf dem Buckel. Fußball wird in Tramin gelebt wie in kaum einem zweiten Ort in Südtirol. Deshalb ist das Dorfgespräch im Moment – neben der anstehenden Weinlese – die Situation des Vereins. Tramin ist nämlich seit vier Spielen sieglos und, um beim Wein zu bleiben, auch am Sonntag hängen die Trauben hoch. Gegner ist nämlich Tabellenführer St. Georgen.

Das Spiel der Woche

Die Pusterer haben letzte Woche einen glücklichen Sieg gegen den ärgsten Konkurrenten Virtus Bozen einfahren können und gehen mit viel Selbstvertrauen in das Duell mit Tramin. Nachdem St. Georgen im Vorjahr den Sprung in die Serie D verpasst hat, soll es heuer damit klappen. St. Georgen ist nämlich einer der wenigen Südtiroler Klubs, der in die 4. italienische Spielklasse will. Die Vorzeichen, dass es damit heuer klappt, stehen gut.

St. Georgen: Alle Voraussetzungen für den Titel

Im Sommer landete die Mannschaft um Sektionsleiter Georg Brugger den großen Transfercoup: Von Naturns kam Kapitän Matthias Bacher, und damit der beste Südtiroler Stürmer, zu St. Georgen. Weil der Kader ansonsten weitgehend unverändert blieb, kann Trainer Patrizio Morini (er hat die UEFA-Pro-Lizenz und könnte damit in der Champions League trainieren) auf einen eingespielten Kader zählen. Während im Tor mit dem 20-jährigen Andrè Negri ein junger Keeper spielt, halten die erfahrenen Haudegen Roland Harrasser und Benjamin Althuber den Laden in der Abwehr dicht. Das Prunkstück des Tabellenführers ist aber eindeutig der Angriff. Das beweist auch der Blick auf die Tabelle: 16 Tore bedeuten die beste Offensive der Liga! Kein Wunder, denn mit Thomas Piffrader, Ex-Profi Thomas Albanese, Alessio Orfanello und Bacher stehen gleich vier Hochkaräter zur Verfügung. Bitter ist hingegen der Ausfall von Mittelfeldmotor Martin Ritsch, der sich vor zwei Wochen das Kreuzband gerissen hat und monatelang ausfällt. Auch der Einsatz von Alex Ziviani ist fraglich, nachdem er sich gegen Virtus Bozen beim Warmmachen verletzt hat.

Tramin: Starke Offensive, aber viele Ausfälle

Ähnlich wie bei St. Georgen liegen auch die Stärken der Mannschaft von Trainer Hugo Pomella in der Offensive – und das, obwohl mit Alex Pfitscher ein wichtiger Baustein ausfällt. Aber wer Max Dalpiaz (er ist der kompletteste Spieler der Oberliga) und Ex-Torschützenkönig Daniele Conci in den eigenen Reihen hat, braucht sich vor niemanden zu verstecken. Im Mittelfeld zieht der Kalterer Moritz Eisenstecken (der FC-Südtirol-Jugendspieler war mit Aurora Seriate und Mori in der Serie D unterwegs) die Fäden und mit Scarico-Schlüsselspieler Stefan Rellich steht ein Abwehrchef der Extraklasse im Traminer Kader. Zuletzt kam der Motor allerdings ein wenig ins Stocken, auch weil Antreiber und Kapitän Simon Greif nicht fit ist. Während die Unterlandler mit zwei Siegen in die Saison gestartet sind, gab es zuletzt zwei Niederlagen. Mitten drin – wer hätte das gedacht – holte Tramin zwei Unentschieden. Der Statistik zufolge müsste gegen St. Georgen also wieder ein Sieg folgen, doch so einfach ist es im Fußball nicht.

Der Scarico-Tipp

St. Georgen ist nach dem Sieg im Spitzenspiel gut in Form und hat zudem Heimrecht. Das wird den Ausschlag geben, die Pusterer gewinnen das Spiel. Scarico tippt also auf einen „Einser“.