Das Spiel der Woche

Blau-weiß gegen Blau-weiß! Bis auf die Vereinsfarben haben Obermais und St. Pauls aber wenig Gemeinsames. Das beginnt schon damit, dass die Überetscher mehr als doppelt so alt sind wie Obermais und endet bei der Spielweise. Aber: Beide Klubs zählen zu den absoluten Top-Mannschaften aus Südtirol und werden sich am Sonntag ein packendes Duell liefern. Scarico hat die beiden Teams unter die Lupe genommen.

Das Spiel der Woche

Heiße Wochen für St. Pauls! Nach dem 4:2-Derbysieg gegen Tramin vor einer Woche geht es jetzt gegen den nächsten Südtiroler Topklub. Dieses Mal muss der FC St. Pauls auswärts antreten, genauer gesagt auf der berüchtigten „Lahn“, der Heimstätte des FC Obermais. Der Meraner Stadtviertelklub ist nach einem sensationellen Vorjahr (Platz 3 als Aufsteiger) etwas schwach in die Saison gestartet, konnte zuletzt aber gegen Arco gewinnen und holte gegen den Bozner FC einen Punkt.

St. Pauls: Ein Aufsteiger mit Qualität

Die Überetscher hingegen präsentierten seit Wochen bärenstark und zeigten zuletzt gegen Tramin, dass sie es nach dem Landesmeistertitel im Vorjahr auch eine Liga höher mit jedem Gegner aufnehmen können. Die einzige Niederlage in der laufenden Saison musste das Team aus dem Überetscher Weindorf gegen Virtus Bozen einstecken. Besonders Stürmer Jonas Clementi ist eine Ausnahmeerscheinung und hat bereits 6 Saisontore auf dem Konto. Allerdings ist St. Pauls auch abhänging von den Treffern des Blondschopfs, der im Sommer übrigens bei Obermais auf der Einkaufsliste stand. Neben Clementi hat bei St. Pauls nämlich nur Fabio Zadra (der Neuzugang kam im Sommer von der Weinstraße Süd) ins Schwarze getroffen. Ein weiterer Schlüsselspieler der Mannschaft von Trainer Stefan Gasser ist Keeper Toni Tarantino, der gegen Tramin über eine Stunde lang mit einer gebrochenen Nase gespielt hat und zu den besten Schlussmännern in Südtirol gehört. In blendender Form ist auch Jugendspieler Tim Messner. Der 2000 geborene, trickreiche Flügelspieler hat im Frühling erste Erfahrungen in der Paulsner Kampfmannschaft gesammelt und ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der Startelf. Zuletzt gelangen ihm gegen Tramin drei Vorlagen. Alles in allem ist St. Pauls eine sehr spielstarke Mannschaft die gegen den FC Obermais beweisen muss, dass sie es nicht nur gegen technisch starke Teams wie Tramin, sondern auch gegen körperlich herausragende Mannschaften wie Obermais kann.

Obermais: Erfahrung und Kampfkraft

Der aktuell größte Unterschied zwischen den beiden Mannschaften ist wohl die Spielweise. St. Pauls ist spielstark und technisch hochveranlagt, Obermais hingegen kommt über den Kampf. Das ist das Credo von Trainer Martin Klotzner, der im Übrigen eine Trainer-Vergangenheit beim Gegner von morgen hat und 2013 mit St. Pauls die Landesliga gewann. Nachdem Klotzner in der Vorbereitung ein 3-5-2-System einstudiert hat, setzt er mittlerweile wieder auf eine Viererkette. Dort gab es zuletzt allerdings arge Verletzungsprobleme, nun ist aber zumindest Neuzugang Bernardo Ceravolo (er kam vom Bozner FC) wieder fit. Im Mittelfeld führt Ex-Brescia-Spieler Martin Ciaghi Regie, vorne soll Dennis Malleier für die nötigen Tore sorgen. Im Grunde genommen hat Obermais alle Qualitäten dafür um  St. Pauls vor große Probleme zu stellen – zumal Klotzner den Gegner bis ins kleinste Detail studiert hat. Fix zu sein scheint nur eines: Es wird spannend!

Der Scarico-Tipp

St. Pauls befindet sich zwar in blendender Verfassung, doch für einen Sieg wird es im Südtiroler Derby nicht reichen – dafür hängen die Trauben an der „Lahn“ zu hoch. Weil Obermais aber noch nicht in Topverfassung ist tippt Scarico auf ein „X“, also ein Unentschieden.

Foto: Dieter Runggaldier