Eine Zwischenbilanz aus dem Südtiroler Frauenfußball

Während es in der Serie B mit Unterland Damen und Brixen nur zwei Südtiroler Frauenteams gibt, geht eine Liga tiefer die Post ab. Dort hat sich ein Zweikampf um den Titel entwickelt. In den Hauptrollen: Neugries und Obermais.

Obermais sitzt Neugries im Nacken

Es gibt nicht viele Südtiroler Vereine, die sowohl im Männer- als auch im Frauenfußball zu den besten im Land gehören. Der FC Obermais gehört dazu. Während die Männer-Kampfmannschaft in der Oberliga um das Überleben kämpft, spielen die blau-weißen Damen um den Titel in der Serie C mit. Und obwohl Kapitänin Barbara Lochmann & Co. in der Hinrunde kein Spiel verloren haben, sind sie nicht Herbstmeister geworden. Das hat zwei Gründe.

Frauen Serie C: Zwei Teams geben den Ton an

Antreiberin im Mittelfeld vom Tabellenzweiten Obermais: Daniela Schwienbacher (links). (Foto: fcobermais.it)

Zum einen patzten die Obermaiserinnen um Mittelfeld-Regisseurin Daniela Schwienbacher, die eine Vergangenheit beim CF Südtirol hat, zweimal. Gegen Azzurra San Bartolomeo führten die Blau-Weißen mit 3:0 und mussten sich am Ende trotzdem mit einem Punkt zufrieden geben. Auch gegen die Vinschgerinnen von den Red Lions gab es nur ein Unentschieden. Zum anderen gibt es mit Neugries eine starke Konkurrenz. Die Boznerinnen, die mit Soraya Caser die beste Torfrau der Liga in ihren Reihen haben, haben bis auf das Duell gegen Obermais alle Spiele gewonnen. Das reichte zu 30 Punkten in elf Spielen und dem Herbstmeistertitel.

Absteiger Azzurra unter den Erwartungen

Während Obermais und Neugries mit ihren Hinrunden zufrieden sein dürften, fällt das Fazit weiter südlich nicht so gut aus. Absteiger Azzurra San Bartolomei hat einen der besten Kader der Liga, blieb in der Hinrunde aber weit hinter den Erwartungen zurück. Aktuell steht Platz 4 zu Buche. Auch Pfalzen (mit der starken Ex-Brixen-Torfrau Andrea Rogen) ist besser, als es der 7. Tabellenrang aussagt. Vor allem defensiv sind die Pusterinnen stark, was auch an der ehemaligen CF-Südtirol-Verteidigerin Monica Moling liegt. Deren Ex-Klub steckt hingegen weiter in der Krise. Jahrelang das Aushängeschild im Südtiroler Damenfußball, haben die Boznerinnen heuer nichts mit dem Meistertitel zu tun und dümpeln im blassen Mittelfeld umher. So geht es auch Valli del Noce – und das obwohl sie mit der pfeilschnellen Alessia Erlicher die beste Torschützin der Liga im Kader haben.

Vier Teams im Tabellenkeller

Mit Klausen, Sterzing, Riffian Kuens und Eggental stehen vier Teams im Tabellenkeller. Die jungen Eggentalerinnen haben noch keinen Punkt holen können und auch kein Tor geschossen. Sterzing musste vor der Saison viele Spielerinnen in die Serie B nach Brixen ziehen lassen, jetzt gibt es die bittere Quittung.

Die Spielerin der Hinrunde

Katharina Pföstl, Obermais

Körperlich überlegen, ist die Untervinschgerin oft nur mit Fouls zu stoppen. Das ist ein Grund, warum sie heuer schon öfters verletzt ausgefallen ist. Trotzdem: Wenn Pföstl dabei ist, macht sie den Unterschied. Zudem hat sie in Verena Erlacher, die schon in der Serie A aufgelaufen ist, eine starke Mitspielerin. Kommen die beiden auch in der Rückrunde auf Touren, ist der Titel drin.

Foto: Dieter Runggaldier