Das Spiel der Woche

Nach der knappen 1:2-Niederlage vor einer Woche in Salò, will der FC Südtirol im Heimspiel gegen Ravenna zurück in die Erfolgsspur. Die Weiß-Roten haben allen Grund dazu. Vor heimischen Publikum gab es in der aktuellen Saison erst eine Niederlage.

Das Spiel der Woche

Am 24. September verlor der FC Südtirol zuhause gegen Bassano. In der Folge gab es keine Heimniederlage mehr. Das soll auch gegen Ravenna so bleiben. Immerhin geht es darum, den Anschluss an die Play-off-Plätze nicht zu verlieren. Aktuell liegen Michael Cia & Co. noch auf einem solchen, doch das Gedränge ist dicht. Viele Ausrutscher darf sich der FCS nicht leisten. Trotz allen Problemen des FC Südtirol, will man daheim eine Macht bleiben.

Der unvergessene Zomer-Aussetzer

Die bisherige Saison des FC Südtirol verläuft ordentlich, aber nicht überragend. Das wird schon beim Blick auf die Tabelle deutlich: Fünf Siege, genauso viele Unentschieden und Niederlagen. Macht insgesamt 20 Punkte und Platz 10. Die Serie C ist keine einfache Liga. Es gibt kaum Spiele in denen es einen klaren Favoriten gibt. Das ist auch am Sonntag so. Ravenna ist zwar der Aussenseiter, aber ein sehr unangenehmer Gegner. Und es gibt eine spezielle Vorgeschichte.
Vier mal spielte der FC Südtirol bisher gegen Ravenna. Das letzte Mal im Frühjahr 2011. Damals standen sich Ravenna und der FC Südtirol im Abstiegs-Play-out gegenüber. Nachdem der FCS in der Emilia Romagna mit 2:1 gewinnen konnte, stand es im Rückspiel 1:1. Bis zur 95. Minute. Dann verlor FCS-Tormann Davide Zomer die Nerven und streckte Ravenna-Stürmer Gianluca Lapadula (er spielt aktuell bei Genoa in der Serie A) mit einem Kopfstoß nieder. Der Elfmeter war drin und der FC Südtirol stieg ab. Allerdings konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden. Auf dem Verbandsweg wurden die Weiß-Roten in die 3. Liga zurückgeholt. Für Zomer war das FCS-Abenteuer freilich zu Ende.

Der FC Südtirol unter Trainer Zanetti

Als jüngster Trainer im italienischen Profifußball ging FCS-Trainer Paolo Zanetti durch die Medien. Dabei überzeugt der Ex-Juniorencoach von Reggiana mit einer starken Spielanlage und viel Mut. Der FC Südtirol spielt in einer flexiblen 3-5-2-Anordnung. Im Angriff hat sich Rocco Constantino neben Emmanuel Gyasi etabliert. Der Italo-Schweizer war keine Wunschlösung, hat sich aber zum besten FCS-Torschützen gemausert (6 Tore). Auch weil es keine Alternativen im Sturmzentrum gibt. Gyasi ist ein interessanter Mann. Er weicht gerne auf den Flügel aus und ist insgesamt ein weiträumiger Spieler. Auf der anderen Seite macht das Michael Cia, der von der Achter-Position aus nach außen rückt. So entsteht ein variables 3-4-3.

FC Südtirol – Ravenna: Zurück in die Erfolgsspur

Luca Bertoni: Unterschätzt aber enorm wichtig. Gegen Ravenna wird er den gesperrten Berardocco ersetzen.

Weil Luca Berardocco noch gesperrt ist, wird gegen Ravenna Luca Bertoni die Fäden im Mittelfeld ziehen. Bertoni verfügt über ein herausragendes Spielverständnis. Allerdings ist sein Standing bei Medien und Zuschauern eher gering. Er gilt als zweikampfschwach und langsam, dabei ist er einer der besten Spieler im FCS-Kader. Den größten Sprung, im Vergleich zu den letzten Jahren, hat der FC Südtirol in der Abwehr gemacht. Dort bildet Kevin Vinetot zusammen mit den jungen Filippo Sgarbi (Jahrgang 1997) und Sassuolo-Leihgabe Martin Erlic (1998) die Dreierkette. Alle drei sind körperlich herausragend und spielstark. Mit Ex-U21-Nationalspieler Paolo Frascatore gäbe es noch einen starken – wenn nicht den stärksten – Halbverteidiger im FCS-Kader. Aktuell kommt er aber als linker Wingback zum Einsatz. Wenn er fit ist, könnte dort auch Andrea Zanchi spielen. Auf der Gegenseite ist der Salurner Fabian Tait gesetzt.
Alles in allem ist der FC Südtirol eine sehr spielstarke Mannschaft. Zusammen mit der starken Spielanlage von Zanetti, einigen taktischen Kniffen und der körperlichen Robustheit sind die Weiß-Roten ein unangenehmer Gegner.

Der Scarico-Tipp

Ravenna ist einer harte Nuss, wird den FC Südtirol aber nicht biegen. Wenn überhaupt, können die Rot-Gelben aus der Emilia Romagna einen Punkt aus dem Drususstadion entführen. Scarico glaubt das aber nicht, tippt auf einen Heimsieg und kreuzt deshalb den „Einser“ an.