Dass Aladino Valoti den FC Südtirol nach nur acht Monaten wieder verlässt, ist ein harter Schlag für den Bozner Klub. Der Sportdirektor hatte exzellente Arbeit geleistet und den FC Südtirol zu einem Aufstiegskandidat gemacht. Jetzt steht der Verein vor dem x-ten Neuanfang.

Wenn der Verein endlich Stabilität auf der Trainerposition hätte (Paolo Zanetti verlängerte seinen Vertrag bis 2020), dann brennt es anderswo. FCS-Sportdirektor Aladino Valoti konnte dem Angebot vom Palermo nicht widerstehen und wechselt mit sofortiger Wirkung nach Sizilien. Dort soll Valoti, der vor 16 Jahren bei Palermo gespielt hat, die Rosaroten für die Serie A tauglich machen.

Risiko und Reiz in Palermo

Valoti hat sich dank einer guten Arbeit in Bozen für Maurizio Zamparini & Co. interessant gemacht. Dass ihm das Arbeiten in Süditalien nichts ausmacht, hat er bereits bei seinem Engagement bei Cosenza unter Beweis gestellt. Man muss wissen, dass es ein Unterschied wie Tag und Nacht ist, ob man als Sportdirektor in Bozen oder in Palermo arbeitet. Valoti geht das Risiko ein – aus gutem Grund.
120.000 Euro soll der 52-Jährige bei Palermo verdienen. Das ist viel mehr, als der FC Südtirol zu zahlen im Stande ist. Dazu kommt die Strahlkraft des Klubs. Palermo ist, trotz aller Probleme und Skandale, ein großer Verein im italienischen Fußball. Luca Toni, Edison Cavani, Paulo Dybala – sie alle wurden auf der Insel zu Superstars. Zuletzt hakte es aber ein wenig. Jetzt soll Valoti neue, kommende Starspieler an Land ziehen. Keine einfache, aber natürlich eine sehr reizvolle Aufgabe.

Gute Arbeit beim FC Südtirol

Dass er das kann, hat er in der kurzen Zeit in Bozen unter Beweis gestellt. Valoti hat aus einem Abstiegskandidat einen Spitzenklub in der Serie C geformt. Er hat Spieler aus der Serie D geholt, die beim FC Südtirol mittlerweile mehr als nur Leistungsträger sind. Rocco Costantino zum Beispiel hat in seiner ersten Profisaison bereits 11-mal getroffen. Und der Stürmer ist schon 27 Jahre alt.

Der FC Südtirol verliert sein Herz an Sizilien

Spielt eine hervorragende erste Profi-Saison in Bozen: Rocco Costantino, von Valoti aus der Serie D geholt.

In der Abwehrzentrale spielt Filippo Sgarbi, Jahrgang 1997. Auch er kam aus der Serie D. Neben ihm: Martin Erlic, 1998, Ex-Jugendspieler von Sassuolo. Dazu Ex-U21-Nationalspieler Paolo Frascatore aus der ersten Liga in der Schweiz, oder der bei Padova aussortierte Luca Berardocco. Allesamt von Valoti nach Bozen geholt, allesamt Volltreffer.
Es ist die Schattenseite des Erfolgs. Denn beim FC Südtirol war man zufrieden mit Valoti. Auch, weil er im Gegensatz zu seinem Vorgänger Luca Piazzi weniger aneckte und innerhalb der Kabine ein besseres Standing hatte. Piazzi hatte den Trainern oft ins Handwerk gepfuscht. Valoti sprach die Dinge offen an, blieb allerdings auf seinem Aufgabengebiet.
Das heißt nicht, dass es keine Kritik am Sportdirektor gab. Einen ordentlichen Stürmer hat er nicht nach Bozen geholt. Und zwar, weil er überzeugt ist, dass die schon im FCS-Kader sind. Costantino trifft zwar regelmäßig, nimmt aber kaum am Spiel teil und ist für den Stil von Zanetti nur bedingt geeignet. Leonardo Candellone, der im Winter gekommen ist, konnte bisher nicht überzeugen. Dabei hätte der FC Südtirol durchaus andere Stürmer bekommen können, doch Valoti lehnte ab – zum Unmut von Trainer Zanetti.

Jetzt wird Valoti in Palermo gefordert sein. Ob er dort immer seinen Kopf durchsetzen kann ist fraglich. Außerdem: Klappt es nicht, dann ist Zamparini wenig zimperlich. Sei es mit Trainern, oder mit Sportdirektoren. Valoti sitzt auf einem Schleuderstuhl. Dieser bringt ihn entweder in die Serie A oder in die Arbeitslosigkeit.