Wie sieht es in der niedersten Liga in Südtirol aus?

Es ist Halbzeit in Fußball-Südtirol. Scarico nimmt alle Fußballligen unter die Lupe und sagt euch, wie es für die Teams gelaufen ist. Liegen die Favoriten vorne oder gibt es Überraschungs-Herbstmeister? Wer sind die Tops und wer die Flops? Hier gibt es die Antworten.

Den Anfang im Scarico-Amateurligen-Check macht die 3. Amateurliga. In der niedersten italienischen Fußballliga gibt es drei Kreise zu je elf Mannschaften. Aktuell stehen in allen drei Kreisen die Favoriten an der Spitze. Allerdings bleibt es spannend, denn einen Alleingang einer Mannschaft gibt es nicht.

Gruppe A: Mölten Vöran hat die besten Karten

Dass mit Mölten Vöran und Laas zu rechnen ist, das war schon vor der Saison klar. Stand jetzt, wurden beide Mannschaften ihren Ansprüchen gerecht – wobei sich Mölten Vöran schon ein Vier-Punkte-Polster erspielt hat. Während man sich auf dem Hochplateau auf das torgefährliche Offensivduo Oswald Reiterer/Dario Silipo verlassen kann, will Laas endlich wieder zurück ins Rampenlicht. Nach Jahren in der Landesliga und 1. Amateurliga sind die Vinschger nämlich ganz unten gestrandet. Goldrain mit Goalgetter Jonas Steinkeller (er hat 12 Tore erzielt) hängt dem Spitzenduo an den Fersen, konnte die angestammte Favoritenrolle aber nicht ganz bestätigen. Die größte Enttäuschung der Liga ist St. Pankraz. Die Mannschaft aus dem Ultental startete zwar gut (4 Punkte aus den ersten beiden Spielen), verlor danach aber jedes Spiel und liegt jetzt abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Hauptmanko ist die Torungefährlichkeit: St. Pankraz erzielte in zehn Spielen nur fünf Tore – das ist der schlechteste Wert aller 33 Mannschaften.

3. Amateurliga: Die Favoriten sind vorne

Mölten-Vöran-Stürmer Oswald Reiterer liegt mit seinem Team absolut im Soll. In Gruppe A wurde man souverän Herbstmeister.

Gruppe B: Die Favoriten liegen in Front

Keine Überraschungsteams gibt es in der B-Staffel der 3. Amateurliga. Herbstmeister ist Eggental, gefolgt von Lüsen und Unterland Berg. Diese drei Teams galten schon im Sommer als die heißesten Anwärter auf den Meistertitel. Während sich Lüsen auf einen Hammer-Angriff verlassen kann (42 Tore in zehn Spielen), punkten Eggental und Unterland Berg mit einer starken Defensive. Etwas enttäuschend verläuft die Saison für Laugen Tisens. Dort brachte auch Ex-Oberliga-Keeper Christian Platter nicht den erhofften Qualitätssprung. Nachbarverein Völlan sorgte hingegen mit rassistischen Fans für Aufsehen und kassierte vom Verband eine saftige Strafe.

Gruppe C: Alles eng beieinander

Eine enge Angelegenheit ist das Meisterrennen in Gruppe C der 3. Amateurliga. Dort liegen gleich drei Teams gemeinsam an der Spitze: Uttenheim, St. Lorenzen und Terenten haben allesamt 20 Punkte gesammelt. In Schlagdistanz zu den Herbstmeistern liegen Niederdorf und Wiesen (mit dem starken Offensivduo Enea Barracu/Benjamin Volgger). Eine Riesen-Enttäuschung ist die SG Wipptal. Dass die Stadt Sterzing keinen seriösen Fußballklub auf die Beine bekommt ist sowieso schon ein Armutszeugnis. Doch dass man jetzt auch zusammen mit Gossensaß und Pflersch nichts auf die Reihe kriegt, setzt dem ganzen die Krone auf.

Wer sind die Überraschungen?

Stark präsentierte sich das Bozner Team von Real Atlas. Die mit vielen Einwanderern bestückte Mannschaft (der Vereinsname kommt vom nordafrikanischen Atlas-Gebirge) ist sehr effizient und holte mit nur 13 geschossenen Toren 19 Punkte – nicht schlecht.

Wer sind die Enttäuschungen?

Dass St. Pankraz und die SG Wipptal dermaßen schlecht dastehen, konnte man nicht erwarten. Auch Jenesien (vor zwei Jahren noch in der 2. Amateurliga/nur 7 Hinrunden-Punkte) ist ganz nach unten durchgereicht worden und steht vor dem Nichts. Die einzige Mannschaft die keinen Zähler sammeln konnte, ist Excelsior La Strada. Das ist für die Bozner aber nichts besonders Schlimmes, denn der Verein dient zu Therapiezwecken und steht nur bedingt für sportlichen Erfolg.

Der Spieler der Hinrunde

Jonas Steinkeller, Goldrain

Goldrain hat eine gute Mannschaft, doch Jonas Steinkeller sticht heraus. Mit 12 Toren ist er mit Abstand der gefährlichste Angreifer der gesamten A-Staffel der 3. Amateurliga – und die Überlebensversicherung der Vinschger. Eine tolle Hinrunde hat auch Lüsen-Verteidiger Simon Senoner hinter sich. Er hat in zehn Spielen ebenfalls 12-mal getroffen und das als Innenverteidiger. Chapeau!